Tiny Forests

Tiny Forests sind dichte, schnell wachsende Wälder, die mit mindestens 200 m² ungefähr so groß sind wie ein Tennisplatz. Dabei werden standortangepasste und einheimische Pflanzenarten verwendet. Tiny Forests bieten Lebewesen wie Schmetterlingen, Vögeln, Bienen und kleinen Säugetieren ein zu Hause. Die große Artenvielfalt sorgt für eine hohe Resilienz des Biotops. Tiny Forests sind also bewusst platzierte Ökosysteme, in denen keine Nutzung durch den Menschen stattfindet. Dadurch können die Bäume schnell hochwachsen und innerhalb von nur fünf Jahren mehr als mannshoch werden. Eine weitere Methode kleiner Waldökosysteme sind Nanowälder, die etwa 10 bis 100 m² groß und die kleineren Geschwister der Tiny Forests sind.

Ein blauer Daumen nach oben vor einem gelben Kreis.Vorteile eines Tiny Forests

  • Erhöhung der Biodiversität als Lebensraum für Tiere und Pflanzen
  • Kühlung der Umgebung und Verbesserung des Stadtklimas
  • Bindung von Feinstaub und Filterung der Luft von Schadstoffen
  • Speicherung von Regenwasser und Entlastung der Kanalisation
  • Klimaschutz durch Speicherung von CO2
  • Positive Auswirkungen auf die Psyche der Bevölkerung

Ein blauer Daumen nach oben vor einem gelben Kreis.Umsetzung

  1. Entferne Müll und Steine von der Fläche, bevor die Bodenbearbeitung beginnt.
  2. Trage mithilfe eines Baggers oder vieler fleißiger Helfer den Oberboden und ein Teil des Unterbodens ab. Die Pflanzgrube sollte eine Tiefe von ca. 50-70 cm haben. Im Anschluss vermische den Aushub je nach Bodentyp mit Kompost und weiterem Materialien wie Stroh, Laub, Lehm, Pflanzenkohle, Gesteinsmehl, Holzhackschnitzel, Rindenmulch, Pflanzenkohle, Gesteinsmehl und Terra preta. Das Ziel ist es, den Setzlingen ein ideales Verhältnis von Wasser, Licht und Nährstoffen zur Verfügung zu stellen. Kompost liefert Stickstoff und bringt Enzyme und Bakterien mit ein. Lehm kann sowohl Feuchtigkeit als auch Nährstoffe gut speichern und bei Bedarf wieder abgeben. Somit wird der Boden resilienter gegen Starkregenereignisse und Dürreperioden. Die Pflanzenkohle wirkt wie ein Schwamm und speichert Kohlenstoff im Boden. Terra preta ist mikrobiologisch belebte Pflanzenkohle mit natürlichen Mineralstoffen, Spurenelemente und lebenden Mikroorganismen. Sie verstärkt die Schwammstruktur des Bodens und bringt zugleich Nährstoffe mit ein. Das Gesteinsmehl dient der Revitalisierung und Remineralisierung des Bodens.
  3. Trage die vermischte Erde wieder auf die Fläche auf und pflanze drei bis vier Setzlingen pro Quadratmeter am besten in der vegetativen Ruhephase von November bis März. Die Zusammensetzung deiner Setzlinge sollte ca. 30 % Sträucher, ca. 30 % kleine Bäume und ca. 40 % große Bäume betragen. Dabei werden zwei bis drei Jahre junge wurzelnackte Pflanzen verwendet. Hundsrose und Schlehe werden eher im äußeren Bereich platziert, Eiche und Ahorn stehen überwiegend im Zentrum. Achte darauf, dass die Wurzeln beim Pflanzen schön durchnässt sind. Das Pflanzloch sollte etwa anderthalbmal so tief sein, wie die Wurzeln lang sind, sodass diese den Mineralboden erreichen. Schneide schadhafte Wurzeln und Triebe mit einer scharfen Schere ab. Im Anschluss trittst du das Erdreich rund um den Baum mit dem Absatz an.
  4. Decke den Boden mindestens fünfzehn Zentimeter dick mit Laub, Stroh oder anderem organischen Material wie Hackschnitzeln ab, um ihn vor Verdunstung und Winderosion zu schützen. Langfristig kompostieren die organischen Materialien, fügen dem Boden weitere Nährstoffe zu und speichern Kohlenstoff.
  5. Wässere die Pflanzen gut, damit die Setzlinge anwachsen. Die Pflanzen dürfen nicht mit einem harten Wasserstrahl bewässert werden. Beim ersten Mal muss der Wald mit ca. 500 Liter pro 100 Quadratmeter bewässert werden.
  6. Sähe zwischen den Pflanzen Gründungermischungen aus Phacelia, Perserklee, Gelbe Lupine, Wicke und Gelbsenf aus, um Stickstoff in den Boden einzutragen und Bienen anzulocken.
  7. Zäune den Tiny Forest durch Pfähle mit Kokosstricken oder Maschendrahtzaun ein, damit die Fläche nicht von Passanten oder größeren Wildtieren betreten wird.

Ein blauer Daumen nach oben vor einem gelben Kreis.Pflege und Wartung

In den ersten 2-3 Jahre muss ein Tiny Forest gepflegt werden, indem er regelmäßig gewässert und von Unkräutern und Gräsern befreit wird. Danach benötigt er keine Pflege mehr. Verwende in der Aufforstungsfläche keine Chemikalien wie Pestizide, Herbizide oder anorganische Düngemittel, da der Tiny Forest sich selbst schützen kann. Wenn du Schädlinge bemerkst, sollten auch diese ungestört bleiben. Einige Pflanzen werden Anzeichen von Stress zeigen wie z. B. das Austrocknen von Blättern und Stängeln. Das ist ganz normal und es ist kein Eingriff erforderlich. Halte jedoch den Waldboden über das erste Jahr hinweg immer mit einer dicken Schicht Mulch bedeckt, da trockener und unbedeckter Boden schädlich für die Gesundheit des Waldes ist.

Weiteres Infomaterial

Quellen:

Ein blauer Daumen nach oben vor einem gelben Kreis.Benötigtes Material

  • 3 bis 4 heimische Pflanzen pro m² z.B. Stieleiche, Feldahorn, Schlehdorn und Hundsrose.
  • 1 Tonne Materialien zur Bodenverbesserung pro 100 m² wie Stroh, Laub, Lehm, Pflanzenkohle, Gesteinsmehl, Holzhackschnitzel, Rindenmulch, Pflanzenkohle, Gesteinsmehl und Terra preta
  • Gründungermischungen aus Phacelia, Perserklee, Gelbe Lupine, Wicke und Gelbsenf
  • Pfähle und Kokostrick bzw. Maschendraht

Ein blauer Daumen nach oben vor einem gelben Kreis.Kosten

Ca. 100 € pro m²

Das Bild zeigt Lehm, Gesteinsmehl und Kohle in einer Schubkarre.
Lehm, Gesteinsmehl und Kohle © Luenepedia
Das Bild zeigt eine mit Hackschnitzeln ausgelegte Fläche in einem Wohngebiet.
Die mit Hackschnitzeln ausgelegte Fläche © Luenepedia
Das Bild zeigt einen umzäunten Bereich in einem Wohngebiet, der mit Hackschnitzeln ausgelegt ist.
Die umzäunte Fläche des Tiny Forest © Luenepedia